GDI-Newsletter Artikel

Gigabitgrundbuch und Infrastrukturatlas LSA

Die Digitalisierung gilt als zentrale gesellschaftliche und wirtschaftliche Aufgabe, weshalb leistungsfähige Glasfaser- und Mobilfunknetze als ebenso wichtig wie klassische Verkehrsinfrastruktur betrachtet werden. Um den Ausbau digitaler Infrastrukturen besser zu koordinieren und zu beschleunigen, hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) mit dem Gigabitgrundbuch (Abb. 1) und dem Infrastrukturatlas (Abb. 2) zwei auf Geobasisdaten basierende digitale Werkzeuge geschaffen.

Das Gigabitgrundbuch und der Infrastrukturatlas sind wichtige Werkzeuge für die Akteure aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Politisch angestoßen wurde das Gigabitgrundbuch durch den Koalitionsvertrag 2021 (KoaV 2021) und später durch die Gigabitstrategie der Bundesregierung konkretisiert. Ziel ist es, bestehende Geoinformationssysteme, u. a. den Infrastrukturatlas, der Informationen über Netzinfrastrukturen (z. B. Leerrohre, Glasfaser und Funktürme) auf einer topographischen Hintergrundkarte abbildet und wertvolle Daten (z. B. Eigentümer, Lage und Kapazitäten) liefert (BNetzA 2023a), in einem Portal, dem Gigabitgrundbuch, zu bündeln und weitere funktionale Datenbestände und Informationsplattformen zu integrieren.

Rechtlich basiert das Vorhaben auf Teil 5 (§§ 78 bis 86) des Telekommunikationsgesetzes (TKG), das die BNetzA verpflichtet, als zentrale Informationsstelle ein Datenportal zu Infrastruktur, Breitbandausbau, Baustellen und Liegenschaften bereitzustellen. Der Ausbau gigabitfähiger Netze benötigt eine genaue, flächendeckende Datenbasis über bestehende und geplante Infrastrukturen sowie geografische und administrative Rahmenbedingungen. Das Gigabitgrundbuch und der Infrastrukturatlas bündeln dafür relevante Informationen zu vorhandenen und geplanten Netzen, Trassen und weiteren Infrastrukturkomponenten (BNetzA 2023b).

Eine Schlüsselrolle spielen Geobasisdaten aus den Vermessungs- und Katasterverwaltungen der Länder. Hierzu zählen u. a. Flurstücksgrenzen, Gebäudegrundrisse, Straßennetze, digitale Höhenmodelle oder Verwaltungsgrenzen. Die hohe räumliche Präzision erlaubt eine genaue räumliche Verortung, die Planungsprozesse verbessert und Transparenz schafft. Besonders in topografisch anspruchsvollen Regionen – wie in Teilen Sachsen-Anhalts – ermöglichen sie eine effiziente und wirtschaftliche Trassenplanung. Voraussetzung für ihren Nutzen ist eine aktuelle und bedarfsgerechte Bereitstellung der Daten.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Vermessungsverwaltungen, Bundesnetzagentur und Netzbetreibern ist entscheidend, um aus diesen Daten einen echten Mehrwert für den Infrastrukturausbau zu gewinnen. Das Gigabitgrundbuch fungiert als zentrale, datenbasierte Plattform im Rahmen der Gigabit-Strategie der Bundesregierung. Es bündelt mehrere Geoinformationssysteme und Informationsdienste, um Planung, Transparenz und Zusammenarbeit beim Netzausbau zu fördern. Zu diesen Informationsdiensten und Geoinformationssystemen zählen neben dem Infrastrukturatlas auch der Breitbandatlas, das Mobilfunk-Monitoring, die Funkloch-Karte und weitere Funktionalitäten.

Sachsen-Anhalt hat zur Stärkung von Transparenz die öffentliche Geoanwendung „Digitale Infrastrukturen Sachsen-Anhalt“ (Abb. 3) geschaffen, in der aktuelle Karteninhalte rund um das Thema „Schnelles Internet“ präsentiert werden. Diese Plattformen erleichtern es den politischen Akteuren, den Ausbau digitaler Infrastrukturen voranzutreiben und Regionen mit Defiziten im Festnetz- und Mobilfunkausbau gezielt zu fördern.

Weitere Informationen:

(S. Zeitz, Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt, Otto-von-Guericke-Straße 15, 39104 Magdeburg)