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Sachsen-Anhalt in 3D – der Geobasiszwilling geht an den Start

Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt (LVermGeo) stellt erstmalig 3D-Daten des Landes in einem Geobasiszwilling bereit. Die Anwendung ist für alle Nutzer im Internet zugänglich und steht nach Open Data Kriterien frei zur Verfügung.

Ein Digitaler Zwilling ist ein mehrdimensionales Abbild der Realität und visualisiert eine Basisinfrastruktur mit Geobasisdaten, Geofachdaten und GIS-Werkzeugen für unterschiedliche fachliche Fragestellungen.

Der Geobasiszwilling enthält landesweit 3D-Gebäude (LoD2) und für ein ausgewähltes Gebiet (Bernburg) 3D-Mesh-Daten (Abb. 1). Das 3D-Mesh ist eine texturierte Darstellungsform des Oberflächenmodells mit Vegetation, Bebauung und weiteren künstlichen Objekten, welche einen realistischen, dreidimensionalen Eindruck vermittelt. Diese 3D-Daten werden mit Hilfe eines Digitalen Geländemodells mit einer Rasterweite von 1 m (DGM1) präsentiert. Zusätzlich ermöglichen Digitale Orthophotos mit einer Bodenauflösung von 20 cm (DOP20) und Topografische Karten (basemap.de) die Orientierung und unterstützen bei der Analyse der lokalen Gegebenheiten und fachspezifischen Fragestellungen.

Bedeutende Geoobjekte – POI (Point of Interest) und Straßen können optional als Karteninhalt ausgewählt werden.

Die Nutzung georäumlicher Informationen wird durch Digitale Zwillinge auf ein neues Niveau gehoben. Sie ermöglichen es, effizient Entwicklungskonzepte auf Basis aktueller datenbasierter Simulationen („Was-wäre-wenn“-Szenarien) und Analysen zu entwickeln, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Im Geobasiszwilling werden bereits diverse GIS-Werkzeuge integriert:

  • Strecken- oder Flächenmessungen,
  • Höhenprofilerstellung,
  • Sichtlinien-Simulation,
  • Sonnenstand & Schattenwurf-Simulation (Abb. 2).

Der Geobasiszwilling Sachsen-Anhalt ist ein ambitioniertes Vorhaben und soll als Grundlage für weitere Fachzwillinge dienen. Die Verwaltungen des Landes und der Kommunen können die darin enthaltenen Daten und Dienste sowie einen Teil der Infrastruktur nach dem EfA-Prinzip (Einer für Alle) zum Aufbau eigener Strukturen (Datenplattformen) nachnutzen. Gleichzeitig wird dem Onlinezugangsgesetz (OZG) Rechnung getragen, in welchem die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen sowie deren Bereitstellung über Verwaltungsportale geregelt werden.

Weitere Informationen:

(B. Kohlenbach, Kontaktstelle GDI-LSA, Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt, Otto-von-Guericke-Straße 15, 39104 Magdeburg)