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GeoVision 52l26 – GIS-Fachtagung der Polizei Sachsen-Anhalt

Am 17. Juni 2026 fand zum zweiten Mal die jährliche GIS‑Fachtagung der Polizei Sachsen‑Anhalt „GeoVision 52l26“ an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben statt (Abb. 1 bis 3). Das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt (LVermGeo) beteiligte sich am Programm mit Vorträgen zu den Themen „OpenData in Sachsen‑Anhalt“ und „Digitaler Zwilling Sachsen‑Anhalt“ (Abb. 4 und 5).

Der Vortrag „OpenData in Sachsen‑Anhalt“ thematisiert die Bedeutung frei verfügbarer Geodaten für Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Dabei wurde erläutert, wie offene Geodaten Transparenz fördern, die Wiederverwendung von Informationen erleichtern und eine einheitliche Datenbasis für vielfältige Anwendungen schaffen. In diesem Zusammenhang beschrieb die Präsentation die Rolle der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder (AdV): Die AdV definiert bundesweit abgestimmte Standards und Modellierungen für Geobasisdaten. Diese Harmonisierung bildet die Grundlage dafür, dass Geodaten länderübergreifend konsistent bereitgestellt werden können und somit als Open Data technisch interoperabel und vergleichbar sind. Dadurch wird eine einheitliche Nutzung in Fachverfahren, Analyseprozessen und öffentlichen Anwendungen ermöglicht. Praktische Beispiele zeigten, wie Geobasisdaten – etwa zu Liegenschaften, Topographie oder 3D‑Stadtmodellen – über offene Schnittstellen und Downloadangebote bereitgestellt werden und wie sie in Analyse‑, Planungs‑ und Einsatzprozessen genutzt werden können. Für Sicherheitsbehörden ergibt sich daraus ein unmittelbarer Nutzen, da aktuelle und standardisierte Geodaten ohne zusätzliche Abstimmungsprozesse verfügbar sind und flexibel in bestehende Systeme integriert werden können.

Im Anschluss wurde im Vortrag „Digitaler Zwilling Sachsen‑Anhalt“ zunächst die Aufgaben des LVermGeo sowie die Grundsätze des Geodatenmanagements im Land Sachsen‑Anhalt erläutert. Dazu gehören die Bereitstellung und Pflege amtlicher Geobasisdaten, die Sicherstellung einheitlicher Datenstandards sowie die Koordination der Nutzung und Weiterentwicklung geodatenbezogener Verfahren. Anschließend wurde der Geobasiszwilling Sachsen‑Anhalt vorgestellt, der durch die Fusionierung amtlicher 2D‑ und 3D‑Geodaten eine qualitätsgesicherte und intuitiv anzuwendende Arbeitsgrundlage bildet. Darauf aufbauend wurden die Möglichkeiten von Fachzwillingen erläutert: Durch die Integration spezifischer Fachdaten in den Geobasiszwilling können unterschiedlichste Fragestellungen bearbeitet werden, die es ermöglichen, räumlich‑gesellschaftlich relevante Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und mit jeweils angepassten Dateninhalten und Tools zu lösen.

Weitere Fachvorträge gaben einen vertieften Einblick in die tägliche Arbeit der Polizei mit Geobasis‑ und Geofachdaten sowie einen Überblick über aktuelle Geotechnologien, Entwicklungen und innovative Anwendungen. Ergänzend wurden neue Trends im Bereich der Lagebilddarstellung, der Einsatzplanung und der raumbezogenen Analyseverfahren vorgestellt, die zeigen, wie stark die Bedeutung moderner Geoinformationen für polizeiliche Prozesse wächst. In einem weiteren Vortrag wurden die Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen der Polizeiarbeit mit KI sehr anschaulich präsentiert und verdeutlichten, wie KI‑gestützte Auswertungen künftig zur Unterstützung komplexer Ermittlungs‑ und Analyseaufgaben beitragen können und welche Verantwortungen dabei für alle Beteiligten entstehen.

Die anschließenden Gespräche, unter anderem mit Fachkollegen von Landes‑ und Bundespolizeibehörden sowie weiteren Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, trugen zur Vernetzung, zum fachlichen Austausch und zu einem insgesamt sehr erfolgreichen Tag bei.

(F. Wolf, Geodatenmanagement, Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt, Otto-von-Guericke-Straße 15, 39104 Magdeburg)